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Vermittlung von Ärzten und Ingenieuren

12/2013 Christian Neuß

Jobcenter zieht Bilanz – 207 Arbeitsaufnahmen

Das Jobcenter StädteRegion Aachen zieht nach rund anderthalbjähriger Projektphase eine positive Bilanz: Durch die Spezialisierung der Betreuung von arbeitslosen und arbeitsuchenden Ärzten und Ingenieuren in den letzten 17 Monaten konnten 207 Kunden eine Erwerbstätigkeit aufnehmen. Zusätzlich konnten 68 Kunden anderweitig ihre Hilfebedürftigkeit  beenden.

Die Nachfrage nach Ärzten und Ingenieuren auf dem Arbeitsmarkt ist in den letzten Jahren gestiegen. Dennoch waren im Januar 2012  163 Ärzte / Ingenieure im Jobcenter StädteRegion Aachen als arbeitslos oder arbeitssuchend gemeldet und bezogen Hartz-IV-Leistungen. Die Betreuung erfolgte in den verschiedenen Geschäftsstellen vor Ort.

In einem 17-monatigen Projekt wurde die Betreuung der Ärzte und Ingenieure in der Grundsicherung in sechs Jobcentern in NRW in den Fokus genommen.

Im Rahmen dieses Projektes wurde im Jobcenter StädteRegion Aachen von Juni 2012 bis Ende Oktober 2013 die Betreuung der Ärzte und Ingenieure in die Hand eines spezialisierten Arbeitsvermittlers in der Geschäftsstelle Aachen gelegt. So wurde transparent, aus welchen Gründen hochqualifizierte Ärzte und Ingenieure, trotz der guten Arbeitsmarktlage in der Grundsicherung sind. Im Folgenden konnten die Kunden durch passgenaue Einzelberatung und in Gruppenveranstaltungen Netzwerke knüpfen und Erfahrungen austauschen; auch der Zugang zu Fachzeitschriften oder spezialisierten Coachingangeboten half den Kunden, eine Arbeit aufzunehmen.

Insgesamt haben 451 Kunden das Projekt durchlaufen; die 207 Arbeitsaufnahmen machen somit einen Anteil von knapp 46 % aus. Ferner beendeten 68 (15%) der Kunden Ihre Hilfebedürftigkeit anderweitig. In 15 Fällen wurde das Projekt aus anderen Gründen verlassen (Umzug; Einmündung in Rehabilitationsverfahren); 161 Kunden werden weiterhin betreut.

„Der Arbeitsmarkt für Ärzte und Ingenieure ist da“, so Stefan Graaf, Geschäftsführer des Jobcenters StädteRegion Aachen, „aber wir hatten dennoch fertig studierte Ärzte und Ingenieure im Leistungsbezug. Durch die Spezialisierung konnten wir unsere Beratungsleistung wesentlich verbessern, auch weil in diesen Berufen Stellenanzeigen oft nur in Fachzeitschriften oder über Netzwerke zugänglich sind.“

„Netzwerke nutzen und aktivieren“, das war uns ganz wichtig, so Projektleiterin Isabel Kriescher, „das fehlte den arbeitslos gewordenen Ingenieuren mitunter oder auch die richtige Strategie zu den  Themen  Bewerbung oder Darstellung der eigenen Stärken und Kompetenzen“. So habe es passgenaues Coaching bei freien Anbietern gegeben, bis hin zum Videotraining oder der Hilfe beim „richtigen Lesen der Stellenangebote“, sowie der Erstellung von Online-Profilen.

„Die Kollegen des gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Aachen-Düren und dem Jobcenter haben durch eine wöchentliche Präsenz die vorhandenen regionalen und überregionalen Stellenangebote passgenau und sehr zeitnah besprochen, so dass auch die Dauer der Arbeitslosigkeit verringert werden konnte.“, so Kriescher weiter.

Dennoch habe die Arbeitslosigkeit in der Summe nicht abgenommen, so Graaf. „Mit 175 Arbeitssuchenden Ärzten und Ingenieuren im Oktober 2013 ist die Zahl sogar noch um 12 angestiegen – und das trotz unserer Erfolge.  Dies zeigt, dass wir eine hohe Fluktuation haben, denn im gleichen Zeitraum sind ja 207 Kunden in Arbeit eingemündet.“ Durch das Projekt konnte also  die Arbeitslosigkeit im Saldo nicht verringert werden, die Menschen, die arbeitslos geworden sind, konnten jedoch schnell in Arbeit vermittelt werden, eine Verfestigung und der Anstieg der Arbeitslosigkeit wurden abgebremst. Auch nach Projektende behalten wir die spezialisierte Betreuung bei, so Graaf.