Arbeitsgelegenheiten

Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung

In Arbeitsgelegenheiten stärkt sich unsere Kundschaft in einem geschützten Rahmen, um die eigene Leistungsfähigkeit zu erproben, zu verbessern und um bestenfalls den Anforderungen regulärer Beschäftigung gewachsen zu sein. Formal betrachtet sind Arbeitsgelegenheiten ein im Sozialgesetzbuch II gesetzlich verankertes Instrument für erwerbsfähige Leistungsberechtigte im Portfolio unserer arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen.

Wie erhalte ich eine Arbeitsgelegenheit?
Unsere Kundinnen und Kunden nehmen zu der jeweils zuständigen betreuenden Fachkraft im Fallmanagement Kontakt auf.

Träger wenden sich an das Team 664. Die Kontaktdaten sind unter dem Reiter „Kontakt“ aufgeführt.

Sind alle Arbeitsgelegenheiten gleich?
Gemeinsam ist allen Arbeitsgelegenheiten, dass sie zusätzliche und im öffentlichen Interesse liegende Arbeiten beinhalten. Wir stellen hierbei sicher, dass reguläre Beschäftigungen zum einen nicht verhindert und zum anderen gefördert werden. Die Tätigkeiten selbst sind unterschiedlich und nach den Bedarfen unserer Kundschaft ausgelegt. Die Arbeiten werden beispielsweise in den Arbeitsfeldern Büro, Soziales/Beratung oder im Handwerk ausgeübt. Wer Arbeitsgelegenheiten nachkommt, leistet somit einen wertvollen Beitrag für die Allgemeinheit und für sich selbst.

Wie helfen Arbeitsgelegenheiten bessere Chancen am Arbeitsmarkt zu erreichen?
In Arbeitsgelegenheiten ist unsere Kundschaft stets in das soziale Gefüge vor Ort eingebunden. Das stärkt die sozialen Kompetenzen, die insbesondere auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt gefordert sind. Durch die passgenauen Tätigkeiten in einem geschützten Rahmen wird die eigene Arbeitskraft aufgebaut und ein angemessener Tagesrhythmus gefördert.

Arbeitsgelegenheiten sollen nur eine Station auf dem weiteren Weg sein und sind nachrangig gegenüber der Vermittlung in Arbeit oder Ausbildung, Qualifizierung und weiteren Eingliederungsinstrumenten.

Hinweise an interessierte Träger:
Für Ihre weitere Information erhalten Sie im Downloadbereich kostenfrei unsere „Verbindlichen Regelungen“, die wesentliche Fragen rund um die Antragsstellung und Durchführung der Arbeitsgelegenheit beantworten.

Rechtsgrundlage § 16d SGB II

Wir empfehlen für ein an der Praxis ausgelegtes Verständnis, die „Fachlichen Weisungen zu Arbeitsgelegenheiten (AGH) nach § 16d“ gemeinsam mit den „Verbindlichen Regelungen“ zu lesen.

§ 16d SGB II:

(1) Erwerbsfähige Leistungsberechtigte können zur Erhaltung oder Wiedererlangung ihrer Beschäftigungsfähigkeit, die für eine Eingliederung in Arbeit erforderlich ist, in Arbeitsgelegenheiten zugewiesen werden, wenn die darin verrichteten Arbeiten zusätzlich sind, im öffentlichen Interesse liegen und wettbewerbsneutral sind. § 18d Satz 2 findet Anwendung.

(2) Arbeiten sind zusätzlich, wenn sie ohne die Förderung nicht, nicht in diesem Umfang oder erst zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt würden. Arbeiten, die auf Grund einer rechtlichen Verpflichtung durchzuführen sind oder die üblicherweise von juristischen Personen des öffentlichen Rechts durchgeführt werden, sind nur förderungsfähig, wenn sie ohne die Förderung voraussichtlich erst nach zwei Jahren durchgeführt würden. Ausgenommen sind Arbeiten zur Bewältigung von Naturkatastrophen und sonstigen außergewöhnlichen Ereignissen.

(3) Arbeiten liegen im öffentlichen Interesse, wenn das Arbeitsergebnis der Allgemeinheit dient. Arbeiten, deren Ergebnis überwiegend erwerbswirtschaftlichen Interessen oder den Interessen eines begrenzten Personenkreises dient, liegen nicht im öffentlichen Interesse. Das Vorliegen des öffentlichen Interesses wird nicht allein dadurch ausgeschlossen, dass das Arbeitsergebnis auch den in der Maßnahme beschäftigten Leistungsberechtigten zugutekommt, wenn sichergestellt ist, dass die Arbeiten nicht zu einer Bereicherung Einzelner führen.

(4) Arbeiten sind wettbewerbsneutral, wenn durch sie eine Beeinträchtigung der Wirtschaft infolge der Förderung nicht zu befürchten ist und Erwerbstätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt weder verdrängt noch in ihrer Entstehung verhindert wird.

(5) Leistungen zur Eingliederung in Arbeit nach diesem Buch, mit denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt unmittelbar unterstützt werden kann, haben Vorrang gegenüber der Zuweisung in Arbeitsgelegenheiten.

(6) Erwerbsfähige  Leistungsberechtigte dürfen innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren nicht länger als insgesamt 36 Monate in Arbeitsgelegenheiten zugewiesen werden. Der Zeitraum beginnt mit Eintritt in die erste Arbeitsgelegenheit.

 (7) Den erwerbsfähigen Leistungsberechtigten ist während einer Arbeitsgelegenheit zuzüglich zum Arbeitslosengeld II von der Agentur für Arbeit eine angemessene Entschädigung für Mehraufwendungen zu zahlen. Die Arbeiten begründen kein Arbeitsverhältnis im Sinne des Arbeitsrechts und auch kein Beschäftigungsverhältnis im Sinne des Vierten Buches; die Vorschriften über den Arbeitsschutz und das Bundesurlaubsgesetz mit Ausnahme der Regelungen über das Urlaubsentgelt sind entsprechend anzuwenden. Für Schäden bei der Ausübung ihrer Tätigkeit haften die erwerbsfähigen Leistungsberechtigten wie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. 

(8) Auf Antrag werden die unmittelbar im Zusammenhang mit der Verrichtung von Arbeiten nach Absatz 1 erforderlichen Kosten, einschließlich der Kosten, die bei besonderem Anleitungsbedarf für das erforderliche Betreuungspersonal entstehen, erstattet.

Mehraufwandsentschädigung

Weil unsere Kundschaft von den Vorteilen der Arbeitsgelegenheiten ohne finanzielle Sorgen und mit einem guten Gefühl profitieren soll, erstatten wir für alle anfallenden Aufwendungen eine pauschale Entschädigung. Die Höhe der Mehraufwandsentschädigung beträgt 1,40 € je geleisteter Stunde. Zuzüglich erstatten wir ggf. anfallende Fahrtkosten für Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln sowie Kraftfahrzeugen (0,20 €/km). Wird Arbeitskleidung benötigt, erhält unsere Kundschaft auf Antrag eine Unterstützung bis zu 80 €. Mit der Mehraufwandsentschädigung sind alle sonstigen Kosten und der anfallende Verschleiß von Bekleidung abgegolten.

Kontakt

Sie haben Fragen zur Antragsstellung, zu Grundsatzfragen und Abrechnungen oder möchten Lob und Kritik äußern?

Jobcenter-Aachen.664jobcenter-ge.de

 

Sie möchten als Kundin oder Kunde eine AGH antreten?

Unsere Kundinnen und Kunden nehmen bitte Kontakt zu der jeweils zuständigen betreuenden Fachkraft im Fallmanagement vor Ort auf. Bitte vereinbaren Sie für Ihren Beratungswunsch einen Termin, um Ihr Anliegen in einem angemessenen Rahmen zu besprechen.